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Geschichte

 


Institutsgeschichte


Die Geschichte des Veterinär-Anatomischen Instituts wird in fünf Abschnitten dargestellt. Unter der Überschrift Vorgeschichte wird kurz auf die Dresdner Zeit von der Tierarzneischule bis zum Umzug der Königlichen Tierärztlichen Hochschule nach Leipzig als fünfte Fakultät der Sächsischen Landesuniversität eingegangen. Der zweite Abschnitt (1923-1945) beschreibt die Phase zwischen der Gründung der Veterinärmedizinischen Fakultät in Leipzig und dem Kriegsende. Der dritte Abschnitt (1945-1961) umfaßt die Zeit zwischen Kriegsende und Bau der Mauer. Der vierte Abschnitt ( 1961-1968) endet mit der Auflösung der Fakultät als selbständige Einrichtung am 8. Oktober 1968. Im letzten Teil wird die Phase ab 1968 behandelt, in der die Veterinärmedizin bis 1990 nur als Fachrichtung einer Sektion Tierproduktion und Veterinärmedizin an der Universität Leipzig existierte.


Vorgeschichte


Die Anatomie war als Lehrfach seit Gründung der Dresdner Tierarzneischule vertreten. Ihre Anfänge sind mit dem Namen und Carl Friedrich Weber und Georg Ludewig Rumpelt verbunden. Unter den Räumen, in denen Weber seit 1774 und Rumpelt ab 1780 ihren Unterricht abhielten, war ein „großes Zimmer oder Präparationssaal mit dazu schicklichen Tafeln und Instrumenten zum Anatomiren aller Haustiere“ und ein weiterer Raum, der für eine anatomische Sammlung vorgesehen war“. Nach Rumpelts Tod im Jahre 1786 wurde J.G. Reutter als dessen Nachfolger auserkoren. Zu seiner Unterstützung holte dieser sich später seinen Bruder Gottlob Sigismund Reutter an die Tierarzneischule.


Unter den Gebrüdern Reutter stagnierte die anatomische Ausbildung, und sie erlebte erst durch August Theodor Gottlob Leisering einen nachhaltigen Neuaufbau. Die Prüfungsordnung für Tierärzte forderte mit Wirkung vom 25. September 1869 erstmals auch die „Übung im Gebrauch des Mikroskopes“. Damit bildete sich die Histologie als selbständiges Lehrfach heraus, nachdem sie bis dahin teils in der Anatomie, teils in der Physiologie mit berücksichtigt wurde.


Nach Leiserings Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1886 übernahm Wilhelm Ellenberger, der wie Leisering ein Schüler Gurlts war, die Anatomieprofessur 5. Ellenberger, der 1879 auf dem Lehrstuhl für Physiologie und Histologie berufen worden war, leitete nunmehr ein „Doppelinstitut“ für Anatomie und Physiologie. Die Gründung eines selbständigen Veterinär-Anatomischen Instituts erfolgte im Jahre 1907. Es war durch Um- und Erweiterungsbauten eingerichtet worden, die schon unter der Leitung des künftigen Institutsdirektors Wilhelm Ellenberger ausgeführt wurden. Bereits am 1. April 1898 wurde Hermann Baum als zweiter ordentlicher Professor für Anatomie und Physiologie berufen, der im Jahre 1901 die Leitung der Anatomie übernahm. Histologie und Embryologie blieben dem Physiologischen Institut unter Ellenberger zugeordnet. Die Embryologie wurde als eine der Lehraufgaben Ellenbergers bereits von Leisering im Jahre 1880 erwähnt. 1921 wurde Alfred Trautmann als außerordentlicher Professor für Histologie und Embryologie an das Institut von Ellenberger berufen.


1923 – 1945


Den Umzug der Königlichen Tierärztlichen Hochschule zu Dresden nach Leipzig und damit den Eintritt der Tiermedizin als damals fünfte Fakultät in die Landesuniversität Leipzig hatte Ellenberger mit großer Energie und viel Geschick betrieben. Für ihn erfüllte sich damit ein lang gehegter Wunsch, obwohl er aus Altersgründen nicht mehr mit nach Leipzig übersiedelte.


Hermann Baumwurde der erste Direktor des Veterinär-Anatomischen Instituts und zugleich erster Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät. Mit ihm kam Trautmann als Professor für Histologie und Embryologie.


Die Gebäude des Instituts wurden entlang der Kärntner Straße (heutige Margarete-Blank-Straße) und der Tiroler Straße (heutige Semmelweisstraße) errichtet. Im Institutsteil an der Tiroler Straße befanden sich die Zimmer des Institutsdirektors, des Professors, der Assistenten und Doktoranden. Im Eckgebäude zwischen Tiroler und Kärntner Straße wurden der Hörsaal und eine Vorhalle untergebracht. Der Hörsaal war mit einer Projektions- und Kinoeinrichtung sowie mit Laufkatzen zum Transport und zum Aufhängen großer Präparate ausgestattet. Zu den Gebäuden entlang der Kärntner Straße wurden die anatomischen Sammlungen und ein Exenterierraum für die Demonstration der Anatomie von Pferden und Rindern eingerichtet. Der Präpariersaal wurde in den Institutsinnenhof gebaut, da dort der Tageslichteinfall am günstigsten ist. Die Fächer Histologie und Embryologie waren im Veterinär-Anatomischen Institut als eigene Abteilung vertreten. Sie war im ersten Obergeschoß des Gebäudeflügels in der Kärntner Straße untergebracht. Hier wurden unter anderem Arbeitszimmer und Labors sowie der Mikroskopiersaal eingerichtet. im Flur der Abteilung wurde die embryologische Sammlung aufgestellt. Als Abteilungsleiter waren bis 1926 Trautmann, von 1926 bis 1929 Wilhelm Schauder und von 1929 bis 1937 Paul Cohrs tätig. Trautmann und Cohrs wurden an die Tierärztliche Hochschule Hannover und Schauder an die Universität Gießen berufen.


Hermann Baum, 1931 bis 1932 Rektor der Universität Leipzig, verstarb 1932. Nach vorübergehender kommissarischer Leitung des Instituts durch Karl Nieberle wurde 1933 aus Zürich Eberhard Ackerknecht als Professor mit Lehrstuhl für Veterinäranatomie und Direktor des Veterinär-Anatomischen Instituts nach Leipzig berufen. Als Cohrs 1937 an die Tierärztliche Hochschule nach Hannover wechselte, übernahm Ackerknecht auch die Lehrgebiete Histologie und Embryologie. Die gleichnamige Leitung wurde aufgelöst. Ackerknecht vertrat damit den gesamten Unterricht des Veterinär-Anatomischen Instituts bis zum Ende des Krieges 1945. Er besaß eine außergewöhnliche Lehrbegabung. Seine rhetorischen und zeichnerischen Fähigkeiten rühmen ehemalige Schüler Ackerknechts noch heute. Besonders geschätzt waren seine Wandtafelbilder, in denen er für jede morphologische Struktur eine andersfarbige Kreide benutzte. Dabei war er farbenblind und mußte sich vom Vorlesungsgehilfen die Kreide in bestimmter Reihenfolge bereitlegen lassen. Nach den Worten seines Assistenten Hugo Gran verstand es Ackerknecht, „das Gebiet der Anatomie lebendig und interessant zu machen und schon dem Anfänger das aus dem Lehrgebiet plastisch herauszustellen, was er einstens als Tierarzt braucht“.


 Am 4. Dezember 1943 wurde das Institut bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Am schwersten zerstört war der Gebäudeflügel an der Kärntner Straße, der den Mikroskopiersaal und die anatomischen Sammlungen enthielt. Der Präpariersaal blieb stehen, der Hörsaal brannte aus.


1945 – 1961


Schon 10 Tage nach Kriegsende, am 18. Mai 1945, fand wieder eine Fakultätsratssitzung statt. Anwesend waren Ackerknecht, Arthur Scheunert und Johannes Schmidt. Es wurde auf dieser Sitzung ein Dekan gewählt. Mit zwei Stimmen, vermutlich bei eigener Stimmenthaltung, fiel die Wahl auf Ackerknecht. Im Juni kehrte Ackerknecht, der Schweizer Staatsbürger war, in die Schweiz zurück. Es kann vermutet werden, daß diese Reise im Zusammenhang mit dem Rückzug der amerikanischen Besatzungsmacht aus Sachsen und dem Einzug sowjetischer Truppen stand. Bis in den Oktober 1946 korrespondierte Ackerknecht mit der Fakultät über Bedingungen für seine Rückkehr nach Leipzig. Danach gab es keine nachweisbaren Kontakte mehr zwischen ihm und der Fakultät.


Nach der Abreise Ackerknechts wurde zunächst die kommissarische Leitung des Instituts an Hans Richter-Richter übertragen, der zuvor an den tierärztlichen Bildungsstätten Zürich, Bern, Dorpat und Ankora tätig war. Nach kurzer Zeit wurde er aber wieder entlassen, da man die an ihn gestellten Erwartungen nicht als erfüllbar ansah.


Nunmehr konzentrierten sich die Bemühungen des Fakultätsrates auf eine Berufung von Erich Schwarze, der seit 1926 unter Baum und Ackerknecht am Veterinär-Anatomischen Institut tätig war. Vor Wiederaufnahme des Lehrbetriebes an der Fakultät im Februar 1946 war er wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP mit Wirkung vom 15. November 1945 vom Dienst suspendiert worden, blieb aber mit einem Notdienstvertrag am Institut tätig. Ab 16. November 1946 war ihm, wie mehreren anderen Professoren, jegliche Lehrtätigkeit auf Anweisung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) verboten. Schwarze beschäftigte sich in dieser Zeit mit der Herstellung von Anschauungsmaterial für den anatomischen Unterricht und dem Wiederaufbau der zerstörten Sammlung. Im Oktober 1946 wurde zu seiner Unterstützung der Tierarzt Wolfgang Grafe als Assistent eingestellt. Er übernahm die Vorlesungen in Anatomie und Histologie sowie die mikroskopischen Übungen, die nach Entlassung Richter-Richters vorübergehend der Pathologe Alfred Hemmert-Halswick durchgeführt hatte. Schwarze „durfte“ gemeinsam mit Grafe die Präparierkurse durchführen.


Die Bemühungen des Fakultätsrates um eine Berufung Erich Schwarzes als ordentlicher Professor und Direktor des Instituts hatten schließlich Erfolg. Mit Wirkung vom 1. März 1948 erfolgte seine Ernennung. Im Mai des gleichen Jahres nahm er den Kontakt zu Ackerknecht wieder auf und stellte sich auf dessen Bitte zur Mitarbeit an einem Lehrbuch der Anatomie der Haustiere zur Verfügung. Grafe schied am Ende des Sommersemesters 1950 aus dem Institut aus und siedelte Anfang der 50er Jahre nach Kanada über.


Parallel zu der langsamen personellen Konsolidierung war der Wiederaufbau des Instituts vorangekommen. 1947 war mit dem Aufbau des Hörsaals und dem darüber gelegenen Sammlungsräumen begonnen worden. Die ersten 29 neu matrikulierten Studenten des Wintersemesters 1946/47 hatten ihren Anatomieunterricht noch in der Studentengarderobe im Erdgeschoß. Aus Mangel an Brandstoffen wurde der Raum mit Tierkadavern beheizt. Der Hörsaal konnte ab 1948 wieder für Vorlesungen genutzt werden. Im Gebäudeteil an der Tiroler Straße (künftige Semmelweisstraße) war bis deren Verlegung nach Potzdam-Rehbrücke im Dezember 1948 die ehemalige Reichsanstalt für Vitaminprüfung und Vitaminforschung untergebracht. Der Präpariersaal wurde 1951 durch einen Anbau auf die doppelte Größe erweitert. Der Wiederaufbau des Gebäudeflügels an der Kärntner Straße (heutige Margarete-Blank-Straße) verzögerte sich und wurde erst zu Beginn der 60er Jahre abgeschlossen.


Auf Antrag von Schwarze wurde zum 1. April 1958 sein Oberassistent Lothar Schröder zum Dozenten ernannt. Er übernahm die Präparierübungen und einen Teil der Anatomievorlesungen. Am 1. Januar 1961 wurde Schröder zum Professor mit Lehrauftrag für Anatomie, Histologie und Embryologie ernannt.


Die 50er Jahre des Instituts sind maßgeblich geprägt durch Arbeiten zur Entwicklung des „Gläsernen Pferdes“ und der „Gläsernen Kuh“. Diese Aufgabe wurde unter der Leitung Schwarzes gemeinsam mit dem Hygienemuseum Dresden durchgeführt. Gläserne Kühe und Pferde wurden auf vielen Ausstellungen gezeigt und in mehrere Länder exportiert. Eine gläserne Kuh wird noch heute im Hygienemuseum Dresden gezeigt.


1961- 1968


Bedingt durch Schwarzes schlechten Gesundheitszustand wurden nach seiner Berufung zum Professor die Lehraufgaben im Fach Anatomie im wesentlichen auf Schröder übertragen. Schwarze konzentrierte sich auf die Histologie und Embryologie sowie die Vogelanatomie. Im Hinblick auf die bevorstehende Emeritierung Schwarzes im Jahre 1963 beschloß der Fakultätsrat am 20. Februar 1963 eine Berufungsliste für seine Nachfolge zu erstellen. Lothar Schröder wurde an erster Stelle für die Nachfolge nominiert. Nach verschiedenen Erwägungen über weitere Kandidaten folgte man am Ende dem Wunsch Schwarzes, dem Staatssekretariat in Berlin nur Schröder als Nachfolger vorzuschlagen. Am 1. September 1963 wurde Lothar Schröder zum Direktor des Veterinär-Anatomischen Instituts ernannt, Schwarze von seiner Funktion enthoben und emeritiert.


Schwarzes besondere wissenschaftliche Vorliebe galt der Vogelanatomie. Darüber verfaßte er den letzten Band seines fünfbändigen „Kompendium der Veterinär-Anatomie“. Er verstarb kurze Zeit nach Fertigstellung des Manuskriptes am 18. November 1964 im Alter von 67 Jahren.


Mit Schwarzes Emeritierung oblagen Schröder nun alle Lehrverpflichtungen im Fach Anatomie. Seit der Dekanswahl am 18. Oktober 1961 hatte er auch das Amt des Prodekans für wissenschaftlichen Nachwuchs inne, für das er am 10. Juli 1963 für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde. Als Oberassistent war seit 1958 Günther Michel tätig, der mit der teilweisen Durchführung von Präparierübungen und Histologiekursen betraut war. Mit Wirkung vom 1. Juni 1963 wurde Michel zum Dozenten für Anatomie, Histologie und Embryologie ernannt und übernahm nach Schwarzes Emeritierung die Vorlesungen in Histologie und Embryologie. Einen Antrag von Schröder auf Wiedereinrichtung einer 1937 aufgelösten Abteilung für Histologie und Embryologie wurde stattgegeben. Sie erfolgte am 1. Januar 1965 und Michel wurde mit der Leitung beauftragt. Mit Wirkung vom 1. September 1965 wurde Michel auf Vorschlag Schröders zum Professor mit Lehrstuhl für die Fächer Anatomie, Histologie und Embryologie ernannt. Gleichzeitig erhielt Schröder die Ernennung zum Professor mit Lehrstuhl für die gleichen Fächer.


Offenbar in Vorbereitung der Bildung einer Sektion Tierproduktion und Veterinärmedizin durch Zusammenlegung der Veterinärmedizinischen mit der Landwirtschaftlichen Fakultät wurde Schröder aufgefordert, eine Konzeption für den Unterricht in Anatomie, Histologie und Embryologie zu erarbeiten. Am 9. Oktober 1967 legte er allgemeine Grundsätze für übergreifende Lehrveranstaltungen auf seinem Fachgebiet mit der Landwirtschaftlichen Fakultät vor. Die Studenten der Landwirtschaft sollten einen Überblick über die Anatomie der wirtschaftlichen wichtigen Tierarten erhalten, wobei besondere Aufmerksamkeit den Organsystemen gewidmet werden sollte, von denen die tierische Produktion und Reproduktion im wesentlichen abhängen.


Im Ergebnis des 3. Hochschulreform wurde Schröder von seiner Funktion als Institutsdirektor entpflichtet und gleichzeitig zum ordentlichen Professor und Leiter der neu gebildeten „Lehrgruppe Anatomie“ ernannt. Michel wurde die Leitung der „Lehrgruppe Tierhistologie und Embryologie“ übertragen. Beide Lehrgruppen wurden in einen „Lehrbereich Morphologie, Physiologie und Tierernährung der Nutztiere“ integriert.


1961 - 1998


Die beiden Lehrgruppen wurden wenig später in „Fachgruppen“ umbenannt, eine Bezeichnung, die alle Institute und Kliniken der Fachrichtung Veterinärmedizin zu tragen hatten. Die Fachgruppe Anatomie wurde bis 1973 von Schröder, die Fachgruppe Tierhistologie und Embryologie von Michel geleitet. In diesem Jahr kam es zur Umbenennung der Institute und Kliniken in „Wissenschaftsbereiche“. Anatomie, Histologie und Embryologie wurden zu einem Wissenschaftsbereich zusammengefaßt, dessen Leitung Günther Michel übertragen wurde. Michel war 1969 zum ordentlichen Professor für Histologie und Embryologie ernannt worden. Michels Forschungsgebiet war über viele Jahre die Milchdrüse des Rindes. Seine Arbeiten waren in einem interdisziplinären Forschungsschwerpunkt Laktationsphysiologie und Eutergesundheit eingebunden. Er ist Autor mehrerer Lehrbücher. Sein „Kompendium der Embryologie“ erlebte 3 Auflagen und wird als "Vergleichende Anatomie der Haustiere" weitergeführt. Gemeinsam mit Salomon und Gutte verfaßte er ein Lehrbuch „Morphologie landwirtschaftlicher Nutztiere“, welches 1984 erschien.


Schröder, der seit Beginn der 70er Jahre zunehmend unter den Folgen einer schweren Kriegsverletzung litt, konzentrierte seine Arbeit besonders auf Buchpublikationen. Das „Kompendium der Geflügelanatomie“, das er von Schwarze übernommen und später mit Michel weitergeführt hat, erlebte mehrere Auflagen. Gemeinsam mit Rolf Krahmer, der bis 1975 Oberassistent am Institut war, verfaßte er zwei anatomische Werke für die Ausbildung von Veterinäringenieuren.


1971 trat Franz-Viktor Salomon als Assistent in das Veterinär-Anatomisches Institut ein, 1975 wurde ihm die wieder eingeführte Vorlesung Topographische Anatomie, die im Zuge der 3. Hochschulreform abgeschafft war, übertragen. Salomon wurde 1981 zum Oberassistenten ernannt und 1985 als Dozent für die Fächer Anatomie, Histologie und Embryologie berufen. Sein wissenschaftliches Arbeitsgebiet waren vornehmlich Untersuchungen zum Organwachstum der Haustiere, ein Forschungsgebiet, das von Schröder Mitte der 60er Jahre angeregt und auf dem sich schon Krahmer 1970 habilitiert hatte.  Im Jahre 1987 wurde Schröder aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig emeritiert. Mit Wirkung vom 1. September 1987 wurde Salomon als Nachfolger zum ordentlichen Professor für Anatomie und zum Leiter des Lehrstuhles Tieranantomie berufen. Im ersten, nach dem Sächsischen Hochschulgesetz gewählten Dekanatskollegium der Fakultät hatte er von 1993 bis 1996 die Funktion des Studiendekans.


Die Wiedergründung der Veterinärmedizinischen Fakultät am 1990 führte dazu, daß das Veterinär-Anatomische Institut, dessen Gründungsväter Wilhelm Ellenberger und Hermann Baum waren, seinen alten Namen wieder führen konnte. Zum Direktor des Institutes wurde Michel ernannt, der von 1990 bis 1993 das Amt eines Prodekans innehatte. Für die Studienangelegenheiten zuständig hat er sich in der schwierigen Zeit der personellen Erneuerung große Verdienste an der Aufrechterhaltung des ordnungsgemäßen Studienbetriebes und der Organisation des Studiums nach der Tierärztlichen Approbationsordnung erworben.


1993 wurde Michel emeritiert und zum 1. 12. 1995 wurde Johannes Seeger als C4-Professor für Histologie und Embryologie berufen. Sein Forschungsgebiet liegt auf dem Feld der Neuroanatomie.


In den Jahren der deutschen Wiedervereinigung hat es auf den verschiedensten Gebieten erfreuliche Fortschritte gegeben. Es wurden umfangreiche Rekonstruktionen an den Gebäuden durchgeführt. Der Präpariersaal, der Sektionssaal und verschiedene anatomische und histologische Arbeitsräume wurden saniert. Es konnte durch zeitweilige Überlassung von Räumen des anatomischen Bereiches an die Histologie ein elektronenmikroskopisches Labor eingerichtet werden.



Ausführliche Darstellungen zur Geschichte der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig in den Jahren 1945 - 1961, 1961 - 1968 und 1968 - 1990 finden sich in den Dissertationen von Dietrich MOCK (1996), Michael KÜHN (1997) und Stefan SIEBERT (2002), die wichtige Quellen für diesen Beitrag zur Institutsgeschichte waren.



Text: F.-V. Salomon  Design und Ausführung: U. Gille